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Kann PGS – genetische Embryodiagnose, die IVF Erfolgsquote verbessern? | #IVFANSWERS

Was ist PGS (Genetisches Präimplantationsscreening)? Beeinflusst PGS IVF Erfolgsquoten? 

Was ist PGS? Wie wird es genutzt und warum wird es manchen bei IVF Behandlungen empfohlen? Wie sieht eine genetische Untersuchung des Embryo aus? Wie beeinflusst es den ganzen IVF Zyklus und Ablauf? Was spricht für diesen Eingriff und was nicht?

Unsere 3 Experten werden ihnen Rede und Antwort stehen bei #IVFANSWERS:

  • Dr. Maria Arquè  – Internationale Medizinische Direktorin bei Fertty International
  • Dr. Victoria Walker – Kinderwunschspezialistin – Institut Marquès
  • Ester Padilla – Erfahrene Embryologin – ProcreaTec
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Dr Maria Arquè, Fertty International, Spanien

Antworten von Dr Arquè

Genetisches Präimplantationsscreening (oder Untersuchung) ist ein Eingriff bei dem man untersucht, ob das Embryo euploid ist oder nicht – das heisst, hat es die richtige Anzahl Chromosome. Das Ergebnis sagt uns, welches Embryo das Beste zur Übertragung ist. Wenn man nur Embryonen überträgt, die eine normale Anzahl Chromosome haben, haben wir eine höhere Erfolgschance.
PGS alleine verbessert die Schwangerschaftsquote nicht, da es bei einer Schwangerschaft auf mehrere Faktoren und nicht nur die Embryoqualität ankommt. Trotzdem sind die Schwangerschaftsquoten höher und die Chance auf Fehlgeburt niedriger, wenn euploide Embryonen übertragen werden, da genetisch imperfekte Embryonen einer der meisten Ursachen für Fehlgeburt sind. Durch PGS verringert man den Zeitrahmen bis hin zur Schwangerschaft, da wir die Übertragung aneuploider Embryonen ausschließen können.

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Ester Padilla, ProcreaTec, Spanien

Answer von Ester Padilla

PGS ist der alte Name für eine Technik die wir jetzt PGT-A (Genetische Präimplantationsuntersuchung auf Aneuploidie) nennen. Es kann die IVF Erfolgsquote verbessern, speziell bei Patientinnen mit vielen erfolglosen Behandlungen. Man kann die Embryoqualität damit auf keinen Fall verbessern. Es erlaubt uns Embryonen mit abnormaler Chromosomenanzahl auszuschließen – mit dem Ergebnis, dass wir nur gesunde Embryonen übertragen. Hierdurch reduzieren wir die Transferanzahl, die Chance auf Fehlgeburt, den Zeitrahmen bis hin zur Schwangerschaft, die Kosten für die IVF Patientinnen, während wir gleichzeitig die Chance auf eine gesunde Schwangerschaft verbessern.
Wir überprüfen die entwickelnden Embryonen durch Untersuchung verschiedener Parameter. Die Embryoqualität wird zuerst über eine morphologische, jedoch keine genetische, Untersuchung beurteilt. PGS kann uns ein besseres Bild über die Gesundheit des Embryo verschaffen.
Es gibt eine Verbindung zwischen dem Alter der Frau und der Anzahl aneuploider Embryonen was zu abnehmender Fruchtbarkeit führt. Selbst bei Eizellspenderinnen kann es zu genetischen Defekten bei bis zu 35% aller Blastozysten kommen. Der Grund hierfür ist die Zellteilung – das heisst, bei Frauen mit fortgeschrittenem Alter, teilen sich die Eizellen nicht mehr richtig, was zu Zellen mit falscher Verteilung der Chromosomen führt.
Embryonen die aus Eizellen von Frauen mit fortgeschrittenem mütterlichen Alter entstanden sind, haben eine höhere Chance auf abnormale Chromosomen, selbst wenn sie morphologisch gesund aussehen, und deshalb kann man gesunde Embryonen nur durch PGT bestimmen.
Ein IVF Misserfolg kann auch am männlichen Faktor liegen. Der männliche Faktor ist hauptsächlich für Probleme wie Befruchtungsversagen oder Stillstand der Embryoentwicklung verantwortlich. Samen kann Aneuploidien mit sich tragen, strukturell abnormale Chromosome, meiotische Defekte und noch mehr.

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Dr Victoria Walker, Institut Marquès, Spanien

Antworten von Dr Walker

Kann eine PGS Diagnose die IVF Erfolgsquote verbessern? Falls man zwei Embryonen hat – eines, dass untersucht wurde und für genetisch normal befundet wurde, und ein weiteres, dass die gleiche morphologische Qualität hat (wir können auf Grund unserer Entwicklung auch ohne Biopsie sagen, ob es genetisch normal ist), dann haben beide Embryonen die gleiche Chance auf Implantation. Deshalb verbessert die Biopsie die Chance nicht, aber reduziert sie auch nicht.
Wichtiger ist, sieht das Embryo unter dem Mikroskop normal aus. Im Moment können wir bei der Betrachtung noch nicht sagen, ob es genetisch normal ist. Frauen, die unter 35 Jahre alt sind, haben eine hohe Chance auf genetisch normale Embryonen. Diese Chance verringert sich mit zunehmendem Alter. Die Wahrscheinlichkeit, dass man genetisch abnormale Embryonen produziert, erhöht sich durch ovarielle Stimulation. Diese Wahrscheinlichkeit erhöht sich noch mehr, wenn ein männlicher Unfruchtbarkeitsfaktor im Spiel ist.
PGS identifiziert genetische normale Embryonen. So konnten wir drei Dinge verändern: man braucht weniger Embryotransfere bis eine erfolgreiche Schwangerschaft erzielt wird, man braucht weniger Zeit bis eine gesunde Schwangerschaft erzielt wird und man kann das Risiko auf Fehlgeburt reduzieren.
Erhöht PGS IVF Erfolgsquoten? Die Antwort auf ihre Frage ist: ja und nein. Bei einer einzelnen Patientin, die eine IVF Behandlung macht, kann PGS den Zeitrahmen bis hin zur Schwangerschaft verkürzen, selbst wenn die Biopsie die Chancen auf Einnistung des Embryo nicht verbessert im Vergleich zu einem Embryo, dass nicht biopsiert wurde.

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3on1 IVFanswers - three answers to one question

Three IVF experts answering the same question.

About the Author

Sophie Mazurek

Sophie Mazurek

Sophie is a branding and Internet marketing specialist with 10+ experience. A designer of communication throughout all channels. Content strategy maker and video storyteller.  She speaks with images and paints using words. Working from a sparkle of an idea to develop it step by step to the final concept. 

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