Phänotypabgleichung und Spendereizellen – wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir das Baby gleicht?

Phänotypabgleichung und Spendereizellen

Wie wird der Phänotyp der Eizellspenderin und der Eltern abgeglichen? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Baby mir und meinem Partner gleicht? Gibt es irgendwelche Garantien? All dies sind Fragen, die man sich selbst stellt, wenn man über Eizellspende nachdenkt. Wir haben drei unabhängige Antworten von drei Experten, die die gleiche Frage für Sie beantwortet haben: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mir das Baby gleicht?

Schauen Sie unsere 3on1 #IVFANSWERS mit unseren drei Experten an, um die Antwort auf die Frage zu bekommen:

  • Jennifer Rayward – Cofounder and Doctor at ProcreaTec & Patricia González – Nurse
  • Dr Oksana Babula – Reproductologist from EGV Clinic
  • Carolina Alonso Muriel – Embryologist & Egg Donation Program Coordinator at URE Gutenberg Centre Reproduction Unit
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Jennifer Rayward & Patricia González, ProcreaTec, Spanien

Antworten von Dr Jennifer Rayward & Patricia González

Selbst wenn eine Spendereizelle verwendet wird, hat die Empfängerin großen Einfluss auf den entwickelnden Fötus. Ihre Gesundheit und wie sie sich während der Schwangerschaft verhält, beeinflusst das Kind selbst nach der Geburt. Wie weit die Empfängerin Einfluß auf das Aussehen des Kindes hat, kann man vorher nicht wissen. Man sollte bedenken, dass das Kind die Eltern imitieren wird – speziell die Gesichtsausdrücke, Körpersprache und Angewohnheiten.
Ich möchte noch dazu sagen, dass Vererbung viel komplizierter ist, als wir noch vor fünf oder zehn Jahren angenommen haben. Wir dachten, dass das Kind einfach von der Eizelle und dem Sperma definiert wird. Wir wissen jetzt, dass das Aussehen und die Persönlichkeit des Kindes nicht nur vom genetischen Material beeinflusst wird. Zur Zeit wird ein neues Gebiet mit dem Namen Epigenetik ausgiebig untersucht. Man erforscht vererbbare, auffällige Merkmale, die keine Veränderungen in der DNA Sequenz involvieren. Kurz gesagt man betrachtet den Einfluss der Umwelt, Lebensweise, und andere Faktoren wie das Aussehen des Kindes und sein Verhalten.

Bei ProcreaTec gibt es ein Eizellspendeprogramm mit dem Namen OvoDona. Wir sind für das Screening und die Auswahl jeder Spenderin in unserer Klinik verantwortlich. Unsere Mitarbeiter kennen jede Spenderin persönlich. Um die beste Wahl für die Empfängerin zu treffen, schauen wir uns immer zuerst die körperlichen Wesenszüge wie
Größe, Gewicht, Haar-und Augenfarbe, etc. an. Wir nutzen ein Gesichtserkennungsprogramm Fenomatch, was uns bei der biometrischen Abgleichung hilft. Es beachtet die körperlichen Merkmale der Empfängerin und analysiert die Spenderdatenbank mit dem Ziel die bestmögliche Partie auszusuchen.

Wir verstehen, dass die Frage „wie wird das Baby aussehen“ eine äußerst emotionale Frage vieler Patientinnen ist und genau deshalb nutzen wir neuste Technologien und kombinieren diese mit dem menschlichen Faktor, nämlich unseren Mitarbeiterinnen, die die bestmögliche Spenderin für unser Patientinnen aussuchen.

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Dr Oksana Babula, Clinic EGV, Lettland

Antworten von Dr Babula

Wird mir mein Baby gleichsehen? Natürlich – wir tun alles, um die perfekte Spenderin, die auf ihrem Phänotyp basiert, zu finden. Der Phänotyp ist der allgemeine Begriff für alle körperlichen Wesenszüge, von Größe und Gewicht, Hautfarbe, Haar-und Augenfarben, Gesichtszügen und so weiter. Wir haben viele Spenderinnen zur Auswahl, was uns die Wahl der Spenderin leicht macht, die ihrem Phänotyp gleichsieht. In Lettland entsprechen die meisten dem skandinavischen Phänotyp, und gleich danach kommt der nordische Phänotyp. Weil wir früher zur sowjetischen Republik gehört haben, gibt es auch Menschen mit anderem ethnischen Hintergrund in unserem Land. Es ist für uns sehr leicht eine passende Spenderin für die meisten Patientinnen aus Europa zu finden. Weniger einfach ist es für uns Spenderinnen mit afrikanischem Hintergrund zu finden.
Der Phänotyp ist nicht der einzige Weg, um passende Spenderinnen zu finden – die Blutgruppe ist ein weiterer wichtiger Faktor, speziell bei Patientinnen mit RH-Blut. Patientinnen haben die Möglichkeit Spenderinnen nach Charakteristiken wie Schulbildung, Hobbies, BMI usw. auszuwählen  Alle Spenderinnen werden auf mögliche genetische Erkrankungen untersucht. Sie machen eine Blutuntersuchung, Drogentest, psychologische Untersuchung und noch vieles mehr, so dass wir sicher sind, sie ist gesund und es ist für alle Beteiligten gefahrlos.

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Dr Carolina Alonso Muriel , URE Gutenberg Centre Reproduction UnitSpanien

Antworten von Dr Muriel

Eine genaue Vorhersage welche Wesenszüge an das Baby vererbt werden, ist unmöglich. Angeborene Wesenszüge sind das Ergebnis der Verbindung von Genen. Selbst ein Paar, das auf natürlichem Weg ein Kind zeugt, kann ein Kind bekommen, dass nur einem oder keinem Elternteil gleicht und stattdessen Wesenszüge aus der vorigen Generation erbt. Weil der genetische Prozess kompliziert ist, ist es unmöglich vorherzusagen, wem das Baby gleichsehen wird.
Gesetzlich sind wir dazu verpflichtet, dass die Spenderin anonym bleibt. Wir tun unser absolut Bestes, um die beste Spenderin anhand des Bluttyps der Empfängerin und den körperlichen Wesenszügen wie Gewicht, Größe, markante Gesichtszüge, Hautfarbe, Haar- und Augenfarbe, etc. auszusuchen. Diese Wesenszüge nennt man allgemein Phänotyp.
Aber weil Genetik nicht absehbar ist, gibt es keinerlei Garantie, dass das Kind der Mutter gleichsehen wird.

#IVFANSWERS

#IVFanswers 3 aufgezeichnete Antworten von 3 IVF Experten

Three IVF experts answering the same question.

About the Author

Sophie Mazurek

Sophie Mazurek

Sophie is a branding and Internet marketing specialist with 10+ experience. A designer of communication throughout all channels. Content strategy maker and video storyteller.  She speaks with images and paints using words. Working from a sparkle of an idea to develop it step by step to the final concept. 

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