Auswahl der Spenderin für den IVF Zyklus

Rekrutierung, um Eizellen zu spenden

Um Eizellspenderin zu werden, braucht es nicht nur eine einzige Entscheidung. Man wacht nicht eines Morgens auf und wird Spenderin. Außerdem spenden viele Eizellspenderinnen nicht nur wegen der Bezahlung. Manche Länder erlauben keine Bezahlung und akzeptieren nur altruistische Spenden. Um Spenderinnen zu rekrutieren, ist ein sehr ausführlicher Prozess. Deshalb sollten Eizellempfängerinnen wissen, daß eine zuverlässige Eizellspender-Datenbank nur die besten, jüngsten Spenderinnen einträgt, die körperlich und mental fit sind, um eine Stimulation und Eizellentnahme zu erdulden. Auch müssen die Eizellspenderinnen sowohl viele medizinische Tests und Untersuchungen machen, als auch eine psychologische Überprüfung.

Zuerst müssen potentielle Eizellspenderinnen eine Bewerbung ausfüllen, die eine medizinische Vorgeschichte verlangt. Diese Bewerbungen sind sehr ausführlich und decken alles ab, von normalen Dingen wie Geburtsdatum bis hin zu Details ihrer medizinischen Vorgeschichte, Augen/Haarfarbe, Hautfarbe und selbst ob eine Spenderin Sommersprossen hat (falls ja, wie viele, ein paar oder viele. Kein Witz!). Später gibt es noch Fragen über die Fähigkeiten und Geschicklichkeiten der Spenderin so wie artistische oder athletische Veranlagungen und so weiter. Eine Spenderin muss bereit sein persönliche Fragen zu beantworten wie zum Beispiel über ihre Menstruation, psychologische Beratungen oder versuchte Selbstmorde. Natürlich wird diese Information später vom Klinikpersonal bestätigt (falls möglich). In Wirklichkeit werden nur ganz wenige Bewerberinnen wirklich zu Spenderinnen. Deutlich gesagt, überprüft nicht jede IVF Klinik das Leben der Spenderin bis ins Detail. Artistische Veranlagungen oder Sommersprossen interessieren nicht jede Kinderwunschklinik. Fakt ist, fast jede Frau im Alter von 20 bis 32 Jahren könnte eine Spenderin werden, falls ihre und die medizinische Vorgeschichte ihrer Familie gesund ist.

Man sagt, daß eine psychologische Überprüfung obligatorisch sein sollte. 30% der Frauen, die psychologisch überprüft wurden, werden disqualifiziert. Es kann sein, daß eine Frau zu 100% körperlich fit ist, um Eizellen zu spenden, aber ihre Psyche unzureichend. Die passiert nicht nur Spenderinnen, aber auch Empfängerinnen – manchmal vergessen Frauen, daß ihr Alter ein Hindernis ist, vielleicht nicht für sie selbst, aber für das werdende Kind. Obligatorische psychologische Überprüfungen könnte die Sicherheit der Behandlung erhöhen.

Die Spenderin muß einen BMI von unter 28 haben. Eine Eizellspenderin sollte einen proportionierten Körper haben – daß heißt das Gewicht sollte zur Größe passen. Übergewichtige Spender könnten Eizellen mit niedriger Qualität haben. Eine höhere Stimulationsdosis der Medikamente könnte gebraucht werden, um genügend Follikel zu bekommen, was die Kosten für die Empfängerin erhöht. Aktuelle Forschungen besagen, daß die Chancen der Einnistung, Lebendgeburt und klinischer Schwangerschaft niedriger sind bei Patienten die einen BMI von 30 oder höher haben. Im Vergleich zu einem normalen BMI sind die Chancen auf eine Lebendgeburt auf 68% erniedrigt bei einer Klasse 3 Übergewichtigkeit, 61% in der Klasse 2 und 37% in der Klasse 1.

Werden Sie Eizellspenderin

Um Eizellspenderin zu werden, müssen Sie ein paar Anforderungen erfüllen. Im meisten Fall, müssen Sie unter 30 sein, aber denken Sie daran, daß die meisten Kinderwunschkliniken nur Eizellspenderinnen unter 25 Jahren annehmen. Die üblichsten Spenderqualifikationen sind:

  1. junges Alter, idealerweise zwischen 20 und 30 Jahren alt
  2. generell gute körperliche und psychologische Gesundheit
  3. Gewicht im normalen Bereich
  4. Nichtraucherin
  5. regelmäßige Menstruation
  6. beide Eierstöcke
  7. darf keine verhütenden Implantate habe oder psychoaktive Medikamente einnehmen
  8. kein Drogenmissbrauch in der medizinischen Vorgeschichte
  9. keine vererblichen genetischen Erkrankungen in der Familiengeschichte

Die Vorgeschichte der Kandidatin wird ausführlich überprüft und die Gesundheit der Spenderin wird mit sämtlichen möglichen medizinischen Tests überprüft. Dies stellt sicher, daß die Eizellempfängerin Eizellen mit hoher Qualität von einer gesunden Spenderin bekommt. Potentielle Eizellspenderinnen müssen auch Blutuntersuchungen machen wegen infektiösen Erkrankungen wie:

  • HIV,
  • Hepatitis B und C,
  • Syphilis (Treponema Pallidum),
  • Chlamydien (Chlamydia trachomatis),
  • Gonorrhö (Tripper).

Aber auch genetische Tests für Erkrankungen wie:

  • Beta-Thalassemie (Blutarmut),
  • Mukoviszidose,
  • Canavan Erkrankung,
  • Familiäre Dysautonomie,
  • Bloom Syndrom,
  • Gaucher Krankheit,
  • Sichelzellenanämie und viele mehr.

Wie oft kann man Eizellen spenden?

Nach internationaler medizinischen Forschung liegt das Sicherheitslimit bei sechs Stimulierungszyklen einer Eizellspenderin. Eizellspenderinnen wird geraten mindestens 2 Monate zwischen den Zyklen zu warten. Diese Einschränkungen könnten sich in der Zukunft je nach Forschungen in der Medizin ändern. Die magische Nummer liegt im Moment bei 6 und die meisten Kinderwunschkliniken halten sich daran.

Eine Eizellspenderin zu sein ist ein wunderbarer, selbstloser Akt, um unfruchtbaren Paaren bei einer erfolgreichen IVF mit Spendereizellen zu helfen. Falls Sie sich entschieden haben Eizellen zu spenden, wollen wir Ihnen zu dieser großartigen Entscheidung gratulieren. Wir hoffen, daß es ein erfreuliches Erlebnis für Sie sein wird und Sie vielen Paaren, mit Ihrer Eizellspende helfen können. Pro und Kontra? Ja, es gibt sie und man sollte darüber nachdenken. Sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen oder anderen Kinderwunschärzten falls Sie Zweifel haben. Es könnte Ihnen helfen, wenn Sie mit anderen Eizellspenderinnen sprechen und sie über ihre Erfahrungen befragen. Man kann auch mit Eizellempfängerinnen sprechen, um ihre Perspektive zu verstehen.

Falls Sie aus irgendwelchen Gründen nicht als Eizellspenderin akzeptiert werden, können Sie sich überlegen eine Leihmutter zu werden. Dies ist eine ernste Entscheidung, aber viele Leihmütter sagen es lohnt sich und erfreut. Viel Glück!