Soll ich es mit einem Tandemzyklus versuchen? Eigene Eizellen und Spendereizellen gleichzeitig?

IVF Tandemzyklus. Was ist das? Wann, warum und für wen kommt es in Frage?

Der IVF Tandemzyklus wird oft als fraglich betrachtet. Sollte man es als erstmöglichen Behandlungsansatz betrachten? Wann ist die gleichzeitige Verwendung von eigenen Eizellen und Spendereizellen gerechtfertigt? Wir haben folgende Experten gefragt und sie werden diese Fragen im Detail bei 3on1 #IVFANSWERS beantworten:

  • Dr. Diana Obidnyak – Chefin für Internationale Zusammenarbeit bei AVA Peter Klinik
  • Dr. Inna Moroz – Kinderwunschspezialistin bei ISIDA IVF Klinik.
  • Dr. Alejandro Aldape Arellan – Chefarzt der Reproduktiven Medizin, im Moment Medizinischer Direktor bei Institut Marquès Irland.
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Antworten von Dr Obidnyak - Kinderwunschspezialistin

Beim IVF Tandemzyklus nutzen wir die Eizellen der Spenderin und der Patientin zur gleichen Zeit. Es ist niemals der erste Behandlungsansatz. Es gibt allerdings Frauen, die aus irgendwelchen Gründen nicht genügend gute Eizellen produzieren können, was zu vielen ineffektiven IVF Versuchen und emotionalem Burn-out führt. In diesem Fall ist eine Eizellspendebehandlung der Plan B. Nach der Synchronisation beginnen die Patientin und Spenderin gleichzeitig den Stimulationsablauf. Die Eizellpunktion findet am gleichen Tag statt. Die gewonnenen Eizellen der Patientin und Spenderin werden mit dem Samen des Partners befruchtet. Falls die eigenen Embryonen gute Qualität aufweisen, übertragen wir diese auf jeden Fall. Und wir gefrieren die Embryonen der Spenderin. In diesem Fall ist die Schwangerschaftsquote Ihrem Alter entsprechend. Falls die Qualität der eigenen Embryonen nicht gut genug für die Übertragung ist, dann werden die Embryonen der Spenderin übertragen. Dies erhört die Schwangerschaftsquote auf bis zu 70%. 

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Dr Inna Moroz, ISIDA IVF, Ukraine

Antworten von Dr Moroz - Kinderwunschspezialistin

Beim IVF Tandemzyklus nutzen wir eigenen Eizellen und die einer Spenderin im gleichen Zyklus. Leider gibt die akademische Forschung keine Beweise, dass der Transfer von gemischten Embryonen von der Spenderin und der Patientin zu besseren Erfolgen führt. Deshalb empfehlen wir in unserer Klinik keinen IVF Tandemzyklus. Ich erkläre Ihnen gern warum. Für gewöhnlich haben wir beim IVF Tandemzyklus sehr gute Spenderembryonen und nicht so gute Embryonen von den Eizellen der Patientin. Wir wissen, dass die Gebärmutter gute Qualität beim Embryo abschätzen kann und nur das beste Embryo einnisten lässt und somit das schlechtere Embryo ausschliesst. Und dieser Ablauf kann das Wachstum des guten Embryo beeinflussen. Speziell falls es zur einer Schwangerschaft mit zwei Föten kommt, ist die Chance auf genetische Probleme beim schlechteren Embryo sehr hoch. Alles zusammen kann die Entwicklung der Schwangerschaft auf negative Weise beeinträchtigen. Deshalb empfehlen wir anstatt eines IVF Tandemzyklus die Abklärung der Embryonen durch NGS und die Übertragung von wirklich großartigen Embryonen, die keine genetischen Probleme haben. 

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Dr Alejandro Aldape Arellan , Institut Marquès, Spanien

Antworten von Dr Aldape Arellan - Chefarzt der Reproduktiven Medizin

Diese Frage wird oft gestellt: soll ich einen IVF Tandemzyklus machen mit meinen Eizellen und die einer Spenderin? Ich muss dazu sagen, dies entspricht weder unserer Strategie noch schlagen wir dies unseren Patientinnen vor. Einfach aus zwei Gründen. Erstens, nachdem wir das Risiko und den Vorteil abgeschätzt haben, konnten wir keinen Vorteil für die Patientin erkennen. Zweitens, es ist wirklich schwierig einen frischen IVF Zyklus mit dem der Spenderin zu synchronisieren. Deshalb gibt es nicht viele Patientinnen, die sich für einen Tandemzyklus entscheiden. Sie sollten sich lieber auf geforene Eizellen konzentrieren. Wenn wir die Erfolgsquoten von gefrorenen Eizellen und frischen Spendereizellen vergleichen, dann sehen wir am Ende, das sie genau gleich sind.

#IVFANSWERS

3on1 IVFanswers - three answers to one question

Three IVF experts answering the same question.

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